Hallo!
Wie beginnt man einen Blog? Ich denke man stellt sich und den Blog vor.
Zuerst das wichtigere, der Blog. Was habe ich vor hier zu bloggen? Ich
möchte hier einen Blog für Musiker und Freunde des tiefen Blechs schreiben. Da
ich selbst Tubist bin wird der Schwerpunkt in diesem Bereich liegen, aber ich
will versuchen auch anderes tiefes Blech einzubinden. In den nächsten Texten
möchte ich Instrumente vorstellen, die ich selbst besitze, beziehungsweise
bereits gespielt habe. Weiter möchte ich versuchen über Neuheiten, sofern sie
mir begegnen, zu schreiben und auch sonst alles was mit tiefem Blech zu tun hat
und mir interessant erscheint zu teilen.
Nun zu mir und meiner Tuba-Historie. Ich würde mich als ambitionierten
Hobbymusiker bezeichnen. Ich war schon als Kind fasziniert von den großen
tiefen Tuben und meine Eltern ermöglichten es mir, sobald ich alt genug war,
Tuba zu lernen.
Dafür hatte ich von der ortsansässigen Musikschule eine Melton,
die der
heutigen Modell 18-L Handy entspricht (ich musste bei meiner Recherche
gerade feststellen, dass es das Modell nicht mehr gibt, sehr schade).
Ein tolles Instrument nicht nur zum Anfangen,
das auch heute, mehr als 30 Jahre später, von der Musikschule an ihre
Schüler
verliehen wird. Als ich dann größer wurde gab man mir eine Miraphone. Ich bin
nicht sicher ob es ein solches Modell von Miraphone noch gibt. Entweder war es
vergleichbar mit einer heutigen 84A, welche mir aber fast zu schmal erscheint,
oder eine Zwischengröße zwischen der heutigen 84A und der 86A. Damals ganz
modern mit Kunststoffgelenken. Diese Tuba hat mich schon als Schüler nicht
richtig überzeugt. Den relativ weiten Korpus mit dem verhältnismäßig kleinen
Schallstück fand ich nicht stimmig.
Ich besuchte während meiner Schulzeit ein musisches Gymnasium. Zu dieser
Zeit hatte ich an 5 Tagen 6 Proben. Ich habe heute keine Ahnung mehr wie das
gegangen ist. Quintett an der Schule und der Musikschule, Jugendblasorchester,
Stadtkapelle, Blasorchester der Schule und Symphonieorchester der Schule.
Unterricht kam natürlich auch noch dazu...
Meine erste eigene Tuba war eine 3-ventilige Amati in "englischer"
Bauart. Leicht, kompakt und qualitativ eine Katastrophe. Der Dirigent des
Jugendblasorchesters fand die Tuba so schlimm, dass er mir das Leihinstrument
kostenfrei zur Verfügung stellte. Mehr möchte ich darüber gar nicht
schreiben... ;)
Die erste gute und auch teure Tuba, die ich mit etwa 16 Jahren mein Eigen
nennen durfte und die ich immer noch besitze ist eine Melton Spezial Modell 25 (auch diese Tuba wurde dieses Jahr aus dem Programm genommen).
Die Amati wurde dafür in Zahlung gegeben. Über dieses Instrument werde ich einmal in Zukunft noch genauer
schreiben.
Während der Schulzeit und dem Studium (nicht Musik) machte ich immer wieder
kleine musikalische Nebenjobs, von Aufritten mit einer Volkstanz-Kombo bis hin
zur Bühnenmusik am Münchner Gärtnerplatztheater (Bettelstudent).
In dieser Zeit gesellte sich zu meiner Tuba-Sammlung noch ein uralter
3-ventiliger Kaiserbass aus den - vermutlich - 20er Jahren. Das Instrument kam
damals über Freunde meiner Eltern zu mir. Aus einem Nachlass. Die Freunde
hatten ein leeres Fabrikgebäude geerbt, in dem sich Instrumente einer
ehemaligen Werkskapelle fanden. Auch dieses Instrument ist noch in meinem
Besitz.
Nach dem Studium wurde es musikalisch deutlich ruhiger. Ich spielte (und spiele) immer
noch in der Stadtkapelle. Ab und zu auch in Ensembles die sich nach Bedarf
bilden. Einige Zeit lang auch in einem Septett, das ein Bekannter ins Leben
gerufen hatte.
Nach dem Studium kamen aber noch mehr Tuben, einige gingen auch wieder...
Nach einer Tuba-Ausstellung bei Musik Reisser in Ulm war ich eigentlich
drauf und dran mir eine Willson 3100 FA-5 zu kaufen, aber als ich wieder im
Musikgeschäft war, um dieses Instrument zu bestellen, habe ich eine - damals neu
erschienene - Miraphone 91A 11000
getestet. Was soll ich sagen, war im Weihnachtsangebot... Besitze ich
aber nicht mehr. Warum erzähle ich, wenn ich über die Tuba schreibe.
Einige Jahre später kaufte ich dann doch noch eine Willson, aber eine kompensierte 3100 TA-4.
Für mich bisher die Tuba, mit der ich alles spiele, kleine und große
Besetzung. Auch wenn manche Kollegen sagen, ich schieße damit im
Quintett mit Kanonen auf Spatzen.
Mehr als Gag kam dann als nächstes eine Coolwind B-Tuba in blauem Plastik dazu, gefolgt von einer Besson BE982 Sovereign Es-Tuba, die ich für einen verhältnismäßig günstigen Preis gebraucht gekauft habe.
Ich
habe mittlerweile das Gefühl der Text zieht sich ziemlich und mir wird
jetzt erst bewusst, wie viele Tuben ich schon mein Eigen nannte.
Trotzdem bin ich noch nicht ganz fertig. Letztes Jahr kaufte der
Musikverein ein gebrauchtes Sousaphon Conn
22K. Fieberglas mit Short-Action Maschine und einem 66cm Schallbecher.
Bis dahin dachte ich immer ich wäre mehr der Helikon-Typ und auf keinen
Fall Fieberglas! Aber das Ding ist eine Wucht! Stimmt gut, klingt satt
und die Maschine ist ein Traum. Diese Ventile in einer Tuba müssten
super sein... Also begann ich zu suchen und stellte fest, dass Conn
schon lange keine Tuben mehr mit Short-Action Ventilen baut. Die
Suche nach einer gebrauchten war in Deutschland schwierig und ich zu
diesem Zeitpunkt auch nicht gerade üppig mit Geld ausgestattet. Doch
lange Rede kurzer Sinn es hat sich ergeben, dass ich einigermaßen
günstig an eine Conn
24J Recording gekommen bin. Soweit ein wahnsinns Instrument, das sich
aber erst im Orchestereinsatz nach der Sommerpause beweisen muss. Das
wird dann ein separater Text.
Zum Schluss ist mir noch aufgefallen, dass mir eine Tuba durch die Lappen gegangen ist bei meiner Aufzählung: Eine B&S Perantucci PT-20P C-Tuba, die ich bei Bob Tucci
direkt gekauft hatte, aber der Umstieg von B- auf C-Tuba war mir
letztendlich zu müßig. Da sie nur rum stand verkaufte ich sie damals, um
die Miraphone zu finanzieren.
Neben den Tuben gibt es noch ein kompensiertes 4-ventiliges Boosey & Co Imperial Euphonium, aber jetzt reicht es wirklich...
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